Projekt ARTierchen

Augmented Reality

Augmented Reality (dt. erweiterte Realität) ist die Kombination virtueller und physikalischer Realität (Azuma 1997). Die physikalische Realität wird in Echtzeit um virtuelle Objekte erweitert, die in ihren dreidimensionalen Kontext eingebunden werden. Azuma (1997) hebt insbesondere die Aspekte der Interaktivität und der Kombination von Informationen in Echtzeit hervor. Auch wenn die Konzentration von Forschungsarbeiten und technischen Umsetzungen von AR-Systemen auf den Bereich der Erweiterung visueller Reize eine Beschränkung vermittelt, können jedoch auch auditive, olfaktorische oder haptische Stimuli ergänzt werden (vgl. z. B. Landin et al. 2002).

Spieler benötigte Gerätschaften


ARTierchen

Das ARTierchen ist ein interaktives Spiel, das das Potential von Augmented Reality nutzt. Seine Entwicklung begann 2004 als interdisziplinäres Praxisprojekt am Lehrstuhl für Interaktive Systeme und Interaktionsdesign der Abteilung für Informatik an der Universität Duisburg-Essen. Zielsetzung des Projekts waren der Entwurf und die Implementierung eines Spielkonzepts und die Einbettung der virtuellen Spielwelt in eine räumliche reale Umgebung.

Protagonistin des ARTierchen ist das namensgebende Tierchen, das animierte 3D-Modell einer Giraffe. Wie bei einem realen Haustier muss sich der Spieler um das Wohlbefinden der Giraffe kümmern, für ausreichende Ernährung und Abwechslung sorgen. Dem Spieler stehen dazu unter anderem eine Frisbee, die er der Giraffe zuwerfen kann, ein Trinknapf und Süßigkeiten zur Verfügung. Zugleich muss er sein Haustier vor den Gefahren schützen, die die virtuelle Spielwelt birgt: eine fleischfressende Pflanze trachtet der Giraffe nach dem Leben und Aufgabe des Spielers ist es, diese zu erschlagen.


My home is my castle

In der Spielumgebung gibt es folgende Objekte:

Gegenstände


Steuerung des Spiels

Die Steuerung erfolgt über das Advanced Flexible Pointing Device (AFPD).
Auf diesem Interaktionsinstrument sind zwei Marker aufgebracht.

Das Advanced Flexible Pointing Device

Der Interaktionsmarker

Ist dieser Marker im Sichtfeld der Kamera, sieht der Spieler eine Hand. Mit dieser Hand interagiert er mit der Spielumgebung und der Giraffe. Die Interaktion wird durch Tippen mit dem Marker auf die Spielfläche durchgeführt. Die genaue Position der Hand wird durch einen gelben Kugelkreis auf dem Spielfeld wiedergegeben.

Der Laufmarker

Dieser Marker lässt die Giraffe zur angegeben Position rennen. Kommt sie dabei in die Nähe der fleischfressenden Pflanze und wird gebissen, ergreift die Giraffe von alleine die Flucht. Sie verfügt über genug Überlebenstrieb, um sich nicht komplett auffressen zu lassen. Der Laufcursor wird durch einen blauen Kugelkreis mit einem roten Ball darüber dargestellt. Tippt der Spieler auf die Spielfläche, taucht die rote Kugel in den Kreis ab. Daraufhin verschwindet der Kugelkreis fast komplett und baut sich langsam wieder auf. Erst wenn der Kreis komplett aufgefüllt ist, kann die Giraffe erneut zum Laufen animiert werden.

Die einzelnen Interaktionsoptionen

Streicheln:
Tippt der Spieler auf die Giraffe, wird diese gestreichelt. Über Zuwendung freut sie sich natürlich und quittiert dies mit Winken und einem lauten Jodeln. Durch das Streicheln wird die Giraffe ein bisschen glücklicher, weiß sie doch, dass der Spieler sie mag.

Füttern:
Wenn man auf den Beerenstrauch oder den Trinknapf tippt, nimmt die Giraffe Nahrung zu sich. Aber Vorsicht, sie kann sich auch überfressen, was sich negativ auf ihre Gesundheit auswirkt.

Fleischfressende Pflanze verscheuchen:
Nicht jedes Objekt im Spiel ist unserer Giraffe wohlgesonnen. So wächst auch eine fleischfressende Pflanze auf dem grünen Rasen. Da die Giraffe die einzige protein- und fetthaltige Nahrung ist, freut sich die fleischfressende Pflanze natürlich ungemein, wenn die Giraffe in Reichweite kommt und sie ein Stück aus ihr herausbeißen kann. Da dies der Giraffe wehtut, ist es Aufgabe des Spielers, die böse Pflanze zu verscheuchen. Dazu muß er die Pflanze schlagen. Dies gefällt ihr natürlich nicht und so verzieht sie sich. Doch Vorsicht, sie hat sich lang genug Maulwürfe angeschaut, deswegen gräbt sie sich ein und taucht an anderer Stelle wieder auf.

Schlafen:
Da die Giraffe irgendwann auch mal müde wird, haben wir ihr ein Bettchen spendiert, das nicht nur der Zierde dient. Tippt man auf das Bett, rennt sie zu diesem und legt sich ein Ründchen schlafen (Man glaubt gar nicht, wie laut so ein ARTierchen schnarchen kann...). Durch das Schlafen erholt sich die Giraffe und ihre Ausdauer steigt.

Spielen:
Damit die Giraffe sich auch ein bisschen bewegt, kann der Spieler auf das Frisbee tippen. Daraufhin schnappt sie sich selbiges und wirft es durch die Gegend.

Riechen:
Der Spieler kann die Giraffe durch Zeigen mit dem Interaktionsmarker zum riechen an der "guten" Pflanze bewegt werden. Der Geruch macht die Giraffe ein wenig glücklicher.


Die Stati der Giraffe

Statusbalken

Gesundheit
Die Gesundheit wird durch den mit einem roten Kreuz gekennzeichneten Statusbalken dargestellt. Sinkt die Gesundheit der Giraffe auf 0, stirbt die Giraffe und das Spiel ist vorbei. Gesundheit kann durch fressen und trinken wieder hergestellt werden. Aber Vorsicht, wenn die Giraffe zuviel frisst, bekommt ihr das auch nicht gut...

Ausdauer
Wird durch den Statusbalken mit den rennenden Männchen dargestellt. Ausdauer wird reduziert, wenn die Giraffe durch die Gegend läuft, winkt, rumhüpft oder durch die fleischfressende Pflanze angeknabbert wird. Die Ausdauer wird regeniert durch schlafen und faulenzen.

Nahrung
Wird durch den Statusbalken mit einem Tropfen Wasser symbolisiert. Nahrung findet die Giraffe in Form von Beeren und am Trinknapf. Durch Fressen und Trinken steigt die Gesundheit, doch wenn die Giraffe keinen Hunger mehr hat und trotzdem frisst, wirkt sich dies negativ auf ihre Gesundheit aus.

Zufriedenheit
Die Zufriedenheit der Giraffe wird durch den Statusbalken mit einem Herzen dargestellt. Solange die Giraffe ausreichend Nahrung hat und gesund ist, ist sie auch zufrieden. Dies ändert sich, wenn die Giraffe von der fleischfressenden Pflanze gebissen wird, wenn die Ausdauer gering ist oder die Giraffe Hunger und Durst leidet. Die Zufriedenheit wird gesteigert, in dem man die Giraffe streichelt oder wenn sie auf ihrem Bettchen herumhüpft. Wenn ihr langweilig ist, schaut sie sich um und schnuppert an herumstehenden Gänseblümchen. Wenn die Zufriedenheit unter einen bestimmten Wert sinkt, verleiht die Giraffe ihrer Unzufriedenheit durch lautes Weinen Ausdruck.

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